Lärm durch Windräder

Durch die Errich­tung eines Wind­parks mit acht Win­drädern sind Anwohn­er durch den von den Wind­kraftan­la­gen erzeugten Lärm nicht unzu­mut­bar beein­trächtigt.

Lärm durch Windräder

Mit dieser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­gericht Koblenz in dem hier vor­liegen­den Fall die Anträ­gen auf vor­läu­fi­gen Rechtss­chutz abgewiesen, mit denen zwei Ehep­aare den Baustopp der Wind­kraftan­la­gen erwirken woll­ten. Ein Unternehmen der Winden­ergiebranche beantragte beim Rhein-Hun­srück-Kreis eine immis­sion­ss­chutzrechtliche Genehmi­gung zur Errich­tung eines Wind­parks mit acht Win­drädern am Rand des Soon­walds. Dem Antrag lagen ver­schiedene Sachver­ständi­gengutacht­en bei. Nach­dem der Rhein-Hun­srück-Kreis das Vorhaben genehmigt hat­te, legten die bei­den Ehep­aare aus Ellern bzw. Argen­thal Wider­spruch ein und beantragten jew­eils beim Ver­wal­tungs­gericht Koblenz vor­läu­fi­gen Rechtss­chutz, um eine Vol­lziehung der Erlaub­nis zu unterbinden und damit einen Baustopp zu erre­ichen.

In der Begrün­dung ihrer Entschei­dung ver­wies das Ver­wal­tungs­gericht Koblenz darauf, dass hier im Rah­men der im Eil­ver­fahren gebote­nen Abwä­gung der betrof­fe­nen Belange und unter Berück­sich­ti­gung der Erfol­gsaus­sicht­en des Haupt­sachev­er­fahrens , das Inter­esse des Unternehmens, von der Genehmi­gung Gebrauch zu machen, über­wiege. Die Wider­sprüche hät­ten keine Aus­sicht auf Erfolg, da durch die Errich­tung der acht Win­dräder keine Rechte der Antrag­steller ver­let­zt wür­den. Deren Wohn­häuser in Argen­thal und Ellern wür­den durch den von den Wind­kraftan­la­gen erzeugten Lärm nicht unzu­mut­bar beein­trächtigt. Die nach der TA Lärm zuläs­si­gen Immis­sion­srichtwerte wür­den nach Ein­schätzung eines Sachver­ständi­gen selb­st an den von dem Lärm der Anla­gen am inten­sivsten betrof­fe­nen Wohn­häusern bei einem schal­lop­ti­mierten Betrieb, bei dem der Schall­druck­pegel für die Nachtzeit bei vier Anla­gen auf eine fest­gelegte Höhe begren­zt werde, einge­hal­ten. Zudem sei angesichts ein­er Ent­fer­nung der Wohn­häuser der Antrag­steller von unge­fähr 1.290 m bzw. 1.750 m zu dem jew­eils näch­st­gele­ge­nen genehmigten Win­drad keine optisch bedrän­gende und damit rück­sicht­slose Wirkung zu Las­ten der Antrag­steller erkennbar. Fern­er hät­ten diese wed­er einen unzu­mut­baren Schat­ten­wurf zu befürcht­en noch sei ihr Eigen­tum durch einen möglichen Eis­ab­wurf der Rotoren gefährdet. Vielmehr seien die notwendi­gen Sicher­heitsab­stände gewahrt.

Ver­wal­tungs­gericht Koblenz, Beschlüsse vom 7. August 2012 — 7 L 549/12.KO und 7 L 550/12.KO