Wer zahlt die Strom­rech­nung ?

Eine von der Haus­ver­wal­tung vor­ge­nom­me­ne Anmel­dung des Mie­ters beim Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men begrün­det noch kei­nen aus­drück­li­chen Ver­trags­schluss zwi­schen die­sen. Hat nur der Unter­mie­ter Strom bezo­gen, muss die­ser auch die Kos­ten tra­gen.

Wer zahlt die Strom­rech­nung ?

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens gegen den Mie­ter einer Woh­nung abge­wie­sen [1]. Die Woh­nung wur­de für einen Mit­ar­bei­ter des Mie­ters ange­mie­tet. Die­se Unter­ver­mie­tung ist im Miet­ver­trag auch aus­drück­lich fest­ge­hal­ten wor­den. Bis zur frist­lo­sen Kün­di­gung des Miet­verr­ta­ges hat tat­säch­lich ledig­lich die­ser Mit­ar­bei­ter in der Woh­nung gelebt. Die Schluss­rech­nung des Strom­ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens über 1069,00 Euro erhielt der Mie­ter. Von der Haus­ver­wal­tung war er als Ver­trags­part­ner ange­mel­det wor­den. Nach­dem der Mie­ter sich wei­ger­te, die Rech­nung zu bezah­len, hat das Unter­neh­men Kla­ge ein­ge­reicht.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen aus­ge­führt, dass zwi­schen dem Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men und dem Beklag­ten kein Ver­trag zustan­de gekom­men sei. Weder die Tat­sa­che, dass der Beklag­te Haupt­mie­ter der Woh­nung sei, noch die Anmel­dung durch die Haus­ver­wal­tung (die eine blo­ße Mit­tei­lung sei) begrün­de einen Ver­trags­schluss. Der Mie­ter habe zu kei­nem Zeit­punkt selbst Ener­gie ver­braucht und damit auch nicht das Ange­bot des Ener­gie­ver­sor­gers auf Ent­nah­me von Strom und Gas ange­nom­men. Den Strom ver­braucht habe der Unter­mie­ter. Pri­mär sol­le der­je­ni­ge auch die Kos­ten tra­gen, dem die Ver­sor­gungs­leis­tun­gen tat­säch­lich zugu­te­ge­kom­men sind. Der Eigen­tü­mer oder Mie­ter kön­ne nur dann in Anspruch genom­men wer­den, wenn die tat­säch­li­che Ent­nah­me der Ver­sor­gungs­leis­tun­gen kei­ner Per­son zuge­rech­net wer­den kann.

Ob in die­sem Fall der Unter­mie­ter über die Höhe der Strom­rech­nung bestürzt war und sie des­halb nicht gezahlt hat, ist nicht bekannt. Ohne Zwei­fel stei­gen aber seit Jah­ren die Kos­ten für Strom und Gas ste­tig an. Folg­lich wird es für immer mehr Ver­brau­cher schwie­rig, die­se Kos­ten auch zu tra­gen. Dar­aus hat sich ein neu­er Volks­sport ent­wi­ckelt: die Ener­gie­ein­spa­rung. In allen Berei­chen des Lebens wird ver­sucht, den Ener­gie­ver­brauch zu beein­flus­sen. Ener­gie­spar­lam­pen, Wär­me­däm­mun­gen, neue und ener­gie­spa­ren­de­re Elek­tro­ge­rä­te las­sen zwar den Ver­brauch sin­ken – aber durch die gestie­ge­nen Netz­ent­gel­te und höhe­re EEG-Umla­gen blei­ben die Kos­ten auf hohem Niveau.

Eine wei­te­re Mög­lich­keit, die Strom­kos­ten zu sen­ken, ist ein intel­li­gen­ter Wech­sel des Anbie­ters. Mit Hil­fe von aus­sa­ge­kräf­ti­gen Ver­gleichs­por­ta­len im Inter­net las­sen sich schnell die Prei­se ver­glei­chen. Abhän­gig von der Regi­on und dem Aus­gangs­ta­rif las­sen sich hier bis zu meh­re­re hun­dert Euro im Jahr spa­ren. Die Ver­gleichs­por­ta­le, wie z.B. veri­vox, sind für den durch­schnitt­li­chen Ver­brau­cher kon­zi­piert und mög­lichst ein­fach zu bedie­nen. Die per­sön­li­che Post­leit­zahl und der eige­ne jähr­li­che Ver­brauch für Strom in Kilo­watt­stun­den (kWh) sind die für einen Ver­gleich erfor­der­li­chen Anga­ben. Doch nicht nur der Preis und die Erspar­nis soll­ten für einen Anbie­ter­wech­sel maß­ge­bend sein, son­dern auch die Tarif­kon­di­tio­nen (z.B. Ver­trags­bin­dung, Zah­lungs­wei­se). Eini­ge seriö­se Ver­gleichs­rech­ner bie­ten zusätz­lich eine Hot­line an, die kos­ten­frei noch auf­kom­men­de Fra­gen beant­wor­tet.

  1. AG Mün­chen, Urteil vom 04.02.2016 – 222 C 29041/​14[]