Wer zahlt die Stromrechnung ?

10. März 2017 | Energieeinsparung
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Eine von der Hausverwaltung vorgenommene Anmeldung des Mieters beim Energieversorgungsunternehmen begründet noch keinen ausdrücklichen Vertragsschluss zwischen diesen. Hat nur der Untermieter Strom bezogen, muss dieser auch die Kosten tragen.

Mit dieser Begründung hat das Amtsgericht München in dem hier vorliegenden Fall die Klage eines Energieversorgungsunternehmens gegen den Mieter einer Wohnung abgewiesen1. Die Wohnung wurde für einen Mitarbeiter des Mieters angemietet. Diese Untervermietung ist im Mietvertrag auch ausdrücklich festgehalten worden. Bis zur fristlosen Kündigung des Mietverrtages hat tatsächlich lediglich dieser Mitarbeiter in der Wohnung gelebt. Die Schlussrechnung des Stromversorgungsunternehmens über 1069,00 Euro erhielt der Mieter. Von der Hausverwaltung war er als Vertragspartner angemeldet worden. Nachdem der Mieter sich weigerte, die Rechnung zu bezahlen, hat das Unternehmen Klage eingereicht.

In seiner Urteilsbegründung hat das Amtsgericht München ausgeführt, dass zwischen dem Energieversorgungsunternehmen und dem Beklagten kein Vertrag zustande gekommen sei. Weder die Tatsache, dass der Beklagte Hauptmieter der Wohnung sei, noch die Anmeldung durch die Hausverwaltung (die eine bloße Mitteilung sei) begründe einen Vertragsschluss. Der Mieter habe zu keinem Zeitpunkt selbst Energie verbraucht und damit auch nicht das Angebot des Energieversorgers auf Entnahme von Strom und Gas angenommen. Den Strom verbraucht habe der Untermieter. Primär solle derjenige auch die Kosten tragen, dem die Versorgungsleistungen tatsächlich zugutegekommen sind. Der Eigentümer oder Mieter könne nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die tatsächliche Entnahme der Versorgungsleistungen keiner Person zugerechnet werden kann.

Ob in diesem Fall der Untermieter über die Höhe der Stromrechnung bestürzt war und sie deshalb nicht gezahlt hat, ist nicht bekannt. Ohne Zweifel steigen aber seit Jahren die Kosten für Strom und Gas stetig an. Folglich wird es für immer mehr Verbraucher schwierig, diese Kosten auch zu tragen. Daraus hat sich ein neuer Volkssport entwickelt: die Energieeinsparung. In allen Bereichen des Lebens wird versucht, den Energieverbrauch zu beeinflussen. Energiesparlampen, Wärmedämmungen, neue und energiesparendere Elektrogeräte lassen zwar den Verbrauch sinken – aber durch die gestiegenen Netzentgelte und höhere EEG-Umlagen bleiben die Kosten auf hohem Niveau.

Eine weitere Möglichkeit, die Stromkosten zu senken, ist ein intelligenter Wechsel des Anbieters. Mit Hilfe von aussagekräftigen Vergleichsportalen im Internet lassen sich schnell die Preise vergleichen. Abhängig von der Region und dem Ausgangstarif lassen sich hier bis zu mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Die Vergleichsportale, wie z.B. verivox, sind für den durchschnittlichen Verbraucher konzipiert und möglichst einfach zu bedienen. Die persönliche Postleitzahl und der eigene jährliche Verbrauch für Strom in Kilowattstunden (kWh) sind die für einen Vergleich erforderlichen Angaben. Doch nicht nur der Preis und die Ersparnis sollten für einen Anbieterwechsel maßgebend sein, sondern auch die Tarifkonditionen (z.B. Vertragsbindung, Zahlungsweise). Einige seriöse Vergleichsrechner bieten zusätzlich eine Hotline an, die kostenfrei noch aufkommende Fragen beantwortet.

  1. AG München, Urteil vom 04.02.2016 – 222 C 29041/14

 
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