For­de­rungs­aus­fall – und die Ent­las­tung von der Ener­gie­steu­er

Der Anspruch auf Ent­las­tung von der Ener­gie­steu­er wegen For­de­rungs­aus­falls setzt eine recht­zei­ti­ge Anmel­dung zur Insol­venz­ta­bel­le vor­aus.

For­de­rungs­aus­fall – und die Ent­las­tung von der Ener­gie­steu­er

In sei­nem Urteil in BFH/​NV 2011, 1022 hat der BFH ent­schie­den, dass zur gericht­li­chen Gel­tend­ma­chung eines Kauf­preis­an­spruchs nach § 53 Abs. 1 Nr. 3 der Mine­ral­öl­steu­er-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung (MinöStV) auch die recht­zei­ti­ge Anmel­dung der For­de­rung zur Insol­venz­ta­bel­le inner­halb der in § 28 Abs. 1 der Insol­venz­ord­nung (InsO) fest­ge­leg­ten Anmel­de­frist gehört. Die­se Ent­schei­dung kann auf § 60 Ener­gieStG über­tra­gen wer­den, denn das Erfor­der­nis der recht­zei­ti­gen Mah­nung ist auch nach der Auf­he­bung der MinöStV und dem Inkraft­tre­ten des Ener­gieStG unver­än­dert geblie­ben (vgl. § 53 Abs. 1 Nr. 3 MinöStV und § 60 Abs. 1 Nr. 3 Ener­gieStG). Das Tat­be­stands­merk­mal „recht­zei­tig“, das sich nach der Recht­spre­chung des BFH nicht nur auf die Bean­tra­gung eines Mahn­be­scheids, son­dern auch auf die gericht­li­che und insol­venz­recht­li­che Gel­tend­ma­chung bezieht [1], ist nur dann erfüllt, wenn der Mine­ral­öl­händ­ler die aus­ste­hen­den For­de­run­gen zu einem mög­lichst frü­hen Zeit­punkt, spä­tes­tens im Prü­fungs­ter­min, zur Insol­venz­ta­bel­le anmel­det. Ver­säumt er dies und ver­schlech­tert er dadurch die Chan­cen auf eine zumin­dest teil­wei­se Rea­li­sie­rung sei­ner For­de­run­gen, kann er die Fol­gen sei­ner Säum­nis nicht auf die All­ge­mein­heit abwäl­zen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 15. Sep­tem­ber 2015 – VII B 164/​14

  1. vgl. Jatz­ke in Bon­gart­z/­Jatz­ke/­Schrö­er-Schal­len­berg, Ener­gieStG, Strom­StG, § 60 Ener­gieStG Rz 26 f., m.w.N.[]