Die Kosten einer Photovoltaikanlage

Find­et durch die Pho­to­voltaikan­lage auf dem Nach­barhaus eine Beein­träch­ti­gung durch Blendung statt, sind diese zu dulden, wenn die Beein­träch­ti­gun­gen nur unwesentlich sind. Von ein­er “ort­süblichen Benutzung” im Sinne von § 906 Abs. 2 BGB ist auszuge­hen, wenn auch die damit ver­bun­dene Beein­träch­ti­gun­gen in ähn­lich­er Art und Inten­sität für die Nach­barn in dem Wohnge­bi­et üblich sind.

Die Kosten einer Photovoltaikanlage

So hat das Ober­lan­des­gericht Karl­sruhe in einem Fall entsch­ieden und den Haus­be­sitzer zur Besei­t­i­gung der Blend­wirkung verurteilt1. Dage­gen hat das Ober­lan­des­gericht Stuttgart in einem anderen Fall wegen ein­er täglichen Blendung von ca. 1 Stunde für 4 bis 6 Wochen im Jahr den Ein­bau von Anti-Reflek­tions-Mod­ulen als nicht zumut­bar im Sinne von § 906 Abs. 2 BGB ange­se­hen2.

Ger­ade bei den stetig steigen­den Stromkosten wird der Ein­bau ein­er Pho­to­voltaikan­lage immer attrak­tiv­er. Denn wer sich zum Ein­satz ein­er Pho­to­voltaikan­lage bei seinem Eigen­heim entschließt, kann enorm an Energie sparen. Auch die kom­plette Stromver­sorgung durch die Anlage ist bei entsprechen­der Größe möglich. Abhängig von der Leis­tungsstärke bzw. Größe der Anlage unter­schei­den sich eben­falls die Finanzierungskosten. Neben den Kosten für die ein­ma­lige Anschaf­fung fall­en noch regelmäßig Betrieb­skosten an. Diese set­zen sich aus Zäh­ler­mi­ete, Ver­sicherung und Wartung zusam­men. Damit bei diesen hohen Kosten nicht noch Ärg­er mit der Nach­barschaft hinzukommt, ist neben der Kom­mu­nika­tion mit den Nach­barn auch eine opti­male Pla­nung und Aus­führung der Pho­to­voltaikan­lage sin­nvoll.

Fehlt das nötige finanzielle Pol­ster, um eine Pho­to­voltaikan­lage einzuset­zen, beste­ht die Möglichkeit, entsprechende Förderun­gen in Anspruch zu nehmen. Darüber hin­aus lässt sich die Anlage auch durch einen Kred­it finanzieren. Im Inter­net lassen sich über Ver­gle­ich­sportale z.B. die gün­stig­sten Kred­ite zu derzeit­i­gen enorm niedri­gen Zin­sen find­en. Mit einem Kred­itver­gle­ich sind die unter­schiedlichen Kon­di­tio­nen der ver­schiede­nen Banken schnell für die jew­eili­gen indi­vidu­ellen Bedürfnisse erkennbar. So kann sich jed­er den für ihn passenden Kred­it her­aus­suchen.

Zwar sind die Ein­spei­sev­ergü­tun­gen gesunken, aber die Anschaf­fung ein­er Pho­to­voltaikan­lage lohnt sich auf­grund der Energiepreise trotz­dem: Erfol­gt der kom­plette eigene Stromver­brauch über die Anlage, ent­fall­en die Stromkosten und die Anschaf­fung amor­tisiert sich mit der Zeit.

  1. OLG Karl­sruhe, Urteil vom 13.12.2013 — 9 U 184/11 []
  2. OLG Stuttgart, Urteil vom 30.04.2013 — 3 U 46/13 []