Die Kos­ten einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge

Fin­det durch die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Nach­bar­haus eine Beein­träch­ti­gung durch Blen­dung statt, sind die­se zu dul­den, wenn die Beein­träch­ti­gun­gen nur unwe­sent­lich sind. Von einer „orts­üb­li­chen Benut­zung“ im Sin­ne von § 906 Abs. 2 BGB ist aus­zu­ge­hen, wenn auch die damit ver­bun­de­ne Beein­träch­ti­gun­gen in ähn­li­cher Art und Inten­si­tät für die Nach­barn in dem Wohn­ge­biet üblich sind.

Die Kos­ten einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge

So hat das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he in einem Fall ent­schie­den und den Haus­be­sit­zer zur Besei­ti­gung der Blend­wir­kung ver­ur­teilt [1]. Dage­gen hat das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart in einem ande­ren Fall wegen einer täg­li­chen Blen­dung von ca. 1 Stun­de für 4 bis 6 Wochen im Jahr den Ein­bau von Anti-Reflek­ti­ons-Modu­len als nicht zumut­bar im Sin­ne von § 906 Abs. 2 BGB ange­se­hen [2].

Gera­de bei den ste­tig stei­gen­den Strom­kos­ten wird der Ein­bau einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge immer attrak­ti­ver. Denn wer sich zum Ein­satz einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge bei sei­nem Eigen­heim ent­schließt, kann enorm an Ener­gie spa­ren. Auch die kom­plet­te Strom­ver­sor­gung durch die Anla­ge ist bei ent­spre­chen­der Grö­ße mög­lich. Abhän­gig von der Leis­tungs­stär­ke bzw. Grö­ße der Anla­ge unter­schei­den sich eben­falls die Finan­zie­rungs­kos­ten. Neben den Kos­ten für die ein­ma­li­ge Anschaf­fung fal­len noch regel­mä­ßig Betriebs­kos­ten an. Die­se set­zen sich aus Zäh­ler­mie­te, Ver­si­che­rung und War­tung zusam­men. Damit bei die­sen hohen Kos­ten nicht noch Ärger mit der Nach­bar­schaft hin­zu­kommt, ist neben der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Nach­barn auch eine opti­ma­le Pla­nung und Aus­füh­rung der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge sinn­voll.

Fehlt das nöti­ge finan­zi­el­le Pols­ter, um eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge ein­zu­set­zen, besteht die Mög­lich­keit, ent­spre­chen­de För­de­run­gen in Anspruch zu neh­men. Dar­über hin­aus lässt sich die Anla­ge auch durch einen Kre­dit finan­zie­ren. Im Inter­net las­sen sich über Ver­gleichs­por­ta­le z.B. die güns­tigs­ten Kre­di­te zu der­zei­ti­gen enorm nied­ri­gen Zin­sen fin­den. Mit einem Kre­dit­ver­gleich sind die unter­schied­li­chen Kon­di­tio­nen der ver­schie­de­nen Ban­ken schnell für die jewei­li­gen indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se erkenn­bar. So kann sich jeder den für ihn pas­sen­den Kre­dit her­aus­su­chen.

Zwar sind die Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen gesun­ken, aber die Anschaf­fung einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge lohnt sich auf­grund der Ener­gie­prei­se trotz­dem: Erfolgt der kom­plet­te eige­ne Strom­ver­brauch über die Anla­ge, ent­fal­len die Strom­kos­ten und die Anschaf­fung amor­ti­siert sich mit der Zeit.

  1. OLG Karls­ru­he, Urteil vom 13.12.2013 – 9 U 184/​11[]
  2. OLG Stutt­gart, Urteil vom 30.04.2013 – 3 U 46/​13[]