Fischer kön­nen sich nicht gegen Off­shore-Wind­parks wehren

Fischer kön­nen sich nicht gegen Off­shore-Wind­parks wehren

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg hat heu­te die Kla­gen von Fischern gegen geplan­te Off­shore-Wind­parks in der Nord­see man­gels Kla­ge­be­fug­nis abgewiesen.

Die Kla­gen rich­te­ten sich gegen geplan­te Off­shore-Wind­parks in der Nord­see, die ca. 13 km nord­öst­lich von Wan­ger­oo­ge (Nor­der­grün­de) und ca. 14,5 km nord­west­lich von Bor­kum (Riff­gat) ent­ste­hen sol­len. Für die in der 12-See­mei­len-Zone geplan­ten Wind­parks hat­te das Staat­li­che Gewer­be­auf­sichts­amt Olden­burg den als Bei­ge­la­de­ne am Ver­fah­ren betei­lig­ten Wind­park­be­trei­bern (Wind­park Nor­der­grün­de GmbH & Co Infra­struk­tur oHG und Off­shore-Wind­park Riff­gat GmbH & Co. KG) eine Geneh­mi­gung für die Errich­tung und den Betrieb von Nor­der­grün­de bzw. einen soge­nann­ten immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Vor­be­scheid für Riff­gat erteilt, mit dem über ein­zel­ne Geneh­mi­gungs­vor­aus­set­zun­gen sowie über den Stand­ort der Anla­ge ent­schie­den wor­den ist. 

Die kla­gen­den Fischer mach­ten mit ihren Kla­gen gel­tend, dass die Errich­tung und das Betrei­ben der Wind­parks sie in ihrem Eigen­tums­recht ver­letz­ten, weil in ihre ein­ge­rich­te­ten und aus­ge­üb­ten Gewer­be­be­trie­be ein­ge­grif­fen wür­de. Sie sei­en auf den Erhalt der Fang­ge­bie­te im Bereich der geplan­ten Wind­parks ange­wie­sen. Durch die Wind­ener­gie­an­la­gen gin­gen erheb­li­che Fang­flä­chen ver­lo­ren, was zu Fang­e­in­bu­ßen von 20 bis 40 Pro­zent jähr­lich füh­re. Die Klä­ger rügen dar­über hin­aus Verfahrensfehler.

Das Gericht hat die Kla­gen heu­te als unzu­läs­sig abge­wie­sen, weil den Klä­gern die Kla­ge­be­fug­nis feh­le. Beson­de­re Fische­rei­rech­te stün­den den Klä­gern nicht zu. In der münd­li­chen Urteils­be­grün­dung wur­de aus­ge­führt, dass die Fischer die Gewäs­ser ledig­lich im Rah­men des sog. Gemein­ge­brauchs nutz­ten. Exis­tenz­be­dro­hen­de Ein­grif­fe in die Gewer­be­be­trie­be gin­gen von den Wind­parks nicht aus. Weder sei über­zeu­gend dar­ge­legt, dass der über­wie­gen­de Anteil der Fän­ge aus­schließ­lich in den Wind­park­ge­bie­ten erzielt wer­de, noch dass ein Aus­wei­chen in ande­re Fang­grün­de unmög­lich sei. Im Ver­fah­ren betref­fend den Wind­park Nor­der­grün­de wies die Kam­mer dar­auf hin, dass die Klä­ger mit ihrem Vor­brin­gen auch des­halb aus­ge­schlos­sen sei­en, weil sie es ver­säumt hät­ten, recht­zei­tig im Ver­fah­ren Ein­wen­dun­gen zu erheben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urtei­le vom 3. Juni 2009 – 5 A 254/​09 und 5 A 346/​09