Meh­re­re Wind­kraft­an­la­ge und die Grund­steu­er

Meh­re­re mit Wind­kraft­an­la­gen bebau­te Grund­stücks­flä­chen bil­den regel­mä­ßig kei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit in Sin­ne des § 2 Abs. 1 BewG, wenn die­se Flä­chen durch Grund­stü­cke von­ein­an­der getrennt sind, die zum land- und forst­wirt­schaft­li­chen Ver­mö­gen gehö­ren.

Meh­re­re Wind­kraft­an­la­ge und die Grund­steu­er

In dem jetzt vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall ist der Klä­ger Eigen­tü­mer eines Grund­stücks, das aus zehn Teil­flä­chen besteht, auf denen auf­grund eines Nut­zungs­ver­trags jeweils eine von einem Drit­ten betrie­be­ne Wind­kraft­an­la­ge errich­tet ist. Zwi­schen den Teil­flä­chen befin­den sich zum land- und forst­wirt­schaft­li­chen Ver­mö­gen des Klä­gers gehö­ren­de Flä­chen. Das Finanz­amt bewer­te­te die mit den ein­zel­nen Wind­kraft­an­la­gen bebau­ten Teil­flä­chen als eine ein­zi­ge wirt­schaft­li­che Ein­heit.

Der Bun­des­fi­nanz­hof beur­teil­te die Teil­flä­chen dem­ge­gen­über wie bereits das Finanz­ge­richt wegen der feh­len­den räum­li­chen Ver­bin­dung als geson­der­te wirt­schaft­li­che Ein­hei­ten. Die Flä­chen wür­den weder durch den Nut­zungs­ver­trag noch durch die auf ihnen errich­te­ten Wind­kraft­an­la­gen zu einer wirt­schaft­li­chen Ein­heit zusam­men­ge­fasst. Die Wind­kraft­an­la­gen stell­ten näm­lich ihrer­seits jeweils eigen­stän­di­ge, zusam­men­ge­setz­te Wirt­schafts­gü­ter dar. Der Ver­ka­be­lung zwi­schen ihnen und der der Ein­spei­sung des erzeug­ten Stroms in das Strom­netz die­nen­den Über­ga­be­sta­ti­on kom­me dabei kei­ne Bedeu­tung zu.

Für die Höhe der Grund­steu­er ist es im Ergeb­nis uner­heb­lich, ob für die Teil­flä­chen ein ein­zi­ger Ein­heits­wert oder ob für jede von ihnen ein eige­ner Ein­heits­wert fest­ge­stellt wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Janu­ar 2012 – II R 25/​10