Prokon: Gläubigerversammlung

Auf der Gläu­bigerver­samm­lung am 22. Juli 2014 in dem Insol­ven­zver­fahren über das Ver­mö­gen der PROKON Regen­er­a­tive Energien GmbH waren ins­ge­samt etwa 29.800 Gläu­biger vertreten. Die Summe der Stimm­rechte lag bei rund EUR 704,85 Mio.

Prokon: Gläubigerversammlung

Nach Mit­teilung des Landgerichts Itze­hoe standen auf der Tage­sor­d­nung der Gläu­bigerver­samm­lung in den Ham­burg­er Messe­hallen unter anderem der Bericht des Insol­ven­zver­wal­ters, Stel­lung­nah­men der Schuld­ner­in und des Gläu­big­er­auss­chuss­es, Abstim­mung über die Anzahl der Mit­glieder des Gläu­big­er­auss­chuss­es, seine Bestä­ti­gung und die Wahl weit­er­er Mit­glieder.

In seinem Bericht hat der Insol­ven­zver­wal­ter unter anderem die Ver­fahrens­dat­en und die vorge­fun­dene Aus­gangssi­t­u­a­tion dargestellt, eine Bestand­sauf­nahme vorgenom­men, bish­erige und kün­ftige Sanierungs­maß­nah­men und die Ver­mö­genssi­t­u­a­tion sowie das Konzept eines möglichen Insol­ven­z­plans erläutert.

Vom Gesetz nicht vorge­se­hen, hat das Gericht gle­ich­wohl auf­grund der beson­deren Umstände dieses Insol­ven­zver­fahrens und des großen Inter­ess­es den Gläu­bigern die Möglichkeit gegeben, eine Stunde Fra­gen zum Bericht zu stellen.

Es wurde kein Antrag gestellt, einen anderen Insol­ven­zver­wal­ter zu wählen. Damit bleibt Herr Dr. Pen­zlin Insol­ven­zver­wal­ter in diesem Ver­fahren.

Die Gläu­bigerver­samm­lung hat weit­er beschlossen, den Gläu­big­er­auss­chuss zu erweit­ern und zwei Per­so­n­en gewählt, die sich in der Ver­samm­lung zur Ver­fü­gung gestellt haben.

Schließlich wurde über die Betrieb­s­fort­führung abges­timmt. Diese wurde mit über 99% des Stimm­recht­skap­i­tals beschlossen. Die Gläu­bigerver­samm­lung hat mit über 98% in diesem Zusam­men­hang den Insol­ven­zver­wal­ter Dr. Pen­zlin damit beauf­tragt, einen Insol­ven­z­plan auszuar­beit­en — dies nach Möglichkeit bis zum 31.01.2015. Dessen Ziel soll es sein, die Prokon Regen­er­a­tive Energien GmbH im Kern­bere­ich zu sanieren.

Drei zu Beginn der Gläu­bigerver­samm­lung gestellte Befan­gen­heit­santräge gegen die zuständi­ge Recht­spflegerin hat das Gericht noch während der Gläu­bigerver­samm­lung zurück­gewiesen. Dazu hat das Gericht aus­ge­führt, dass die durch die Recht­spflegerin erfol­gte Mit­teilung ihrer Recht­sauf­fas­sung bezüglich der Fest­set­zung der Stimm­rechte an die Antragssteller nicht die Besorg­nis der Befan­gen­heit begründe.

Die Recht­spflegerin hat die von einem Gläu­biger, Her­rn Sat­tler, vertrete­nen Stimm­rechte auf Null fest­ge­set­zt. Begrün­det hat sie dies damit, dass hin­ter diesem Gläu­biger tat­säch­lich der Geschäfts­führer der Schuld­ner­in ste­he und dieser nicht auf bei­den Seit­en in der­sel­ben Sache tätig sein könne.

Diese Fest­set­zung auf Null hat keine Auswirkun­gen auf die Ergeb­nisse der Gläu­bigerver­samm­lung.