Wind­ener­gie­nut­zung im Regio­nal­plan Westsach­sen

Die Wirk­sam­keit des Kapi­tels Wind­ener­gie­nut­zung im aktu­el­len Regio­nal­plan Westsach­sen ist auch nach der aktu­el­len Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts wei­ter­hin offen. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat jetzt den Rechts­streit um die Wirk­sam­keit des Kapi­tels Wind­ener­gie­nut­zung im aktu­el­len Regio­nal­plan Westsach­sen zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Baut­zen zurück­ver­wie­sen.

Wind­ener­gie­nut­zung im Regio­nal­plan Westsach­sen

Nach dem Regio­nal­plan ist die Errich­tung von Wind­ener­gie­an­la­gen aus­schließ­lich in den Vor­rang- und Eig­nungs­ge­bie­ten zuläs­sig, die in einer Kar­te zeich­ne­risch dar­ge­stellt sind. Gegen die­se Beschrän­kung wen­det sich ein Unter­neh­men der Wind­ener­gie­bran­che, das in der Nähe von Bad Lau­sick zwei Wind­ener­gie­an­la­gen auf­ge­stellt hat, deren Stand­ort außer­halb eines Vor­rang- und Eig­nungs­ge­biets liegt. Der hier­ge­gen gerich­te­te Nor­men­kon­troll­an­trag hat­te beim Säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt kei­nen Erfolg [1].

In sei­nem Revi­si­ons­ur­teil bemän­gelt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ins­be­son­de­re, dass das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nicht bean­stan­det hat, dass der Pla­nungs­ver­band bei der Erar­bei­tung sei­nes Pla­nungs­kon­zepts nicht zwi­schen Flä­chen, auf denen die Errich­tung und der Betrieb von Wind­ener­gie­an­la­gen aus tat­säch­li­chen und recht­li­chen Grün­den aus­ge­schlos­sen ist („har­te“ Tabu­zo­nen), und Flä­chen, auf denen nach sei­nen pla­ne­ri­schen Vor­stel­lun­gen kei­ne Wind­ener­gie­an­la­gen auf­ge­stellt wer­den sol­len („wei­che“ Tabu­zo­nen), dif­fe­ren­ziert hat. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat daher den Rechts­streit an das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zur Klä­rung der Fra­ge zurück­ver­wie­sen, ob sich der Feh­ler, der dem Pla­nungs­ver­band unter­lau­fen ist, auf das Ergeb­nis der Pla­nung aus­ge­wirkt hat.

Wei­te­re Feh­ler im Nor­men­kon­trol­l­ur­teil hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nicht fest­ge­stellt. Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat nament­lich zu Recht ange­nom­men, dass der Pla­nungs­ver­band zur Ver­mei­dung einer „Ver­spar­ge­lung“ des Pla­nungs­raums Wind­ener­gie­an­la­gen auf den Vor­rang- und Eig­nungs­flä­chen kon­zen­trie­ren und den übri­gen Pla­nungs­raum von Wind­ener­gie­an­la­gen frei­hal­ten darf. Die Pla­nung hat die als recht­mä­ßig gebil­lig­te Fol­ge, dass Wind­ener­gie­an­la­gen, die in den Aus­schluss­flä­chen ste­hen, nicht ersetzt wer­den dür­fen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 11. April 2013 – 4 CN 2.12

  1. Sächs. OVG, Urteil vom10.11.2011 – 1 C 17/​09[]