Wind­far­men und der benach­bar­te Bau­ern­hof

Wind­far­men und der benach­bar­te Bau­ern­hof

Rechts­schutz gegen die Errich­tung eines Wind­parks im Außen­be­reich ist nur ein­ge­schränkt zu erlan­gen, wie jetzt wie­der ein Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier zeigt, das die Errich­tung von acht wei­te­ren Wind­ener­gie­an­la­gen in der Gemar­kung Mehring als recht­mä­ßig beur­teil­te und damit die Kla­ge des Eigen­tü­mers eines im Außen­be­reich bele­ge­nen, zu Wohn- und land­wirt­schaft­li­chen Zwe­cken genutz­ten Anwe­sens abwies.

Zum Zeit­punkt des Erlas­ses des der Kla­ge zugrun­de lie­gen­den Geneh­mi­gungs­be­schei­des im Jah­re 2005 waren in der Gemar­kung Mehring bereits drei Wind­ener­gie­an­la­gen, in den Gemar­kun­gen der benach­bar­ten Orts­ge­mein­den Bescheid und Naurath/​Wald wei­te­re fünf Wind­ener­gie­an­la­gen immis­si­ons­schutz­recht­lich geneh­migt, die zusam­men mit den in Streit ste­hen­den Anla­gen eine Wind­farm bil­den. Der Klä­ger hat­te sich zunächst im gericht­li­chen Eil­ver­fah­ren und als­dann im Wider­spruchs­ver­fah­ren erfolg­los gegen die Geneh­mi­gung der acht wei­te­ren Anla­gen zur Wehr gesetzt. Nach Erlass des Wider­spruch­be­schei­des im Novem­ber 2009 hat er Kla­ge erho­ben, zu deren Begrün­dung er vor allem gel­tend macht, dass von den im Halb­kreis um sein Anwe­sen ange­ord­ne­ten Anla­gen zum Einen unzu­mut­ba­re Lärm­be­ein­träch­ti­gun­gen und zum Ande­ren eine unzu­mut­ba­re optisch erdrü­cken­de Wir­kung aus­gin­gen.

Die­ser Sicht­wei­se schlos­sen sich die Trie­rer Ver­wal­tungs­rich­ter jedoch nicht an. Nach der der Geneh­mi­gung zugrun­de lie­gen­den sach­ver­stän­di­gen Schallim­mis­si­ons­pro­gno­se kom­me es bei Ein­hal­tung bestimm­ter – in der Geneh­mi­gung aus­ge­spro­che­ner – Auf­la­gen (wie schall­re­du­zier­ter Betrieb zur Nacht­zeit; Unter­sa­gung eines ton­hal­ti­gen Betriebs) nicht zu unzu­mut­ba­ren Lärm­be­ein­träch­ti­gun­gen am Anwe­sen des Klä­gers. Soweit die­ser gel­tend mache, dass es trotz der Auf­la­gen immer wie­der zu Über­schrei­tun­gen der zuläs­si­gen Wer­te kom­me, mache dies die Geneh­mi­gung selbst nicht rechts­wid­rig. Hier­mit wer­de ledig­lich die Fra­ge nach der Über­wa­chung der Geneh­mi­gung ange­spro­chen, wobei es sich jedoch um ein vom Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren zu unter­schei­den­des Ver­fah­ren han­de­le. Auch eine optisch erdrü­cken­de Wir­kung stell­ten die Rich­ter anläss­lich der vor Ort durch­ge­führ­ten Ver­hand­lung auf­grund der Ent­fer­nung der ein­zel­nen Anla­gen zum Anwe­sen des Klä­gers nicht fest. Die halb­kreis­för­mi­ge Anord­nung der Anla­gen sei auf­grund der vor­han­de­nen Topo­gra­phie und des hohen Baum­be­stan­des von den über­wie­gen­den Tei­len des Anwe­sens aus nicht wahr­nehm­bar. Ledig­lich von einem im Ober­ge­schoss lie­gen­den Fens­ter sei­en sämt­li­che Anla­gen zu erbli­cken, was in Anbe­tracht der Außen­be­reichs­la­ge und des damit ver­bun­de­nen ein­ge­schränk­ten Schut­zes des klä­ge­ri­schen Anwe­sens sowie im Hin­blick auf die vom Gesetz­ge­ber vor­ge­nom­me­ne Pri­vi­le­gie­rung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Anla­gen im Außen­be­reich vom Klä­ger hin­ge­nom­men wer­den müs­se.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2010 – 5 K 2/​10.TR