Der Gas­preis beim Gas­ver­sor­gungs­netz­be­trei­ber

Bei der für die Höchst­sät­ze der Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben bei Gas­lie­fe­run­gen maß­geb­li­chen Abgren­zung von Tarif­kun­den und Son­der­ver­trags­kun­den nach § 1 Abs. 3, 4 KAV kommt es nicht auf das Abnah­me­ver­hal­ten, son­dern auf die ver­trag­li­che Aus­ge­stal­tung des Lie­fer­ver­hält­nis­ses an.

Der Gas­preis beim Gas­ver­sor­gungs­netz­be­trei­ber

Die Aus­ge­stal­tung des Lie­fer­ver­hält­nis­ses des Durch­lei­ters zum Kun­den ist auch für die Höchst­sät­ze der Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben, die für Durch­lei­tun­gen drit­ter Netz­nut­zer erho­ben und dem Netz­ent­gelt hin­zu­ge­rech­net wer­den kön­nen (§ 2 Abs. 6 KAV), unab­hän­gig davon ent­schei­dend, ob der Netz­be­trei­ber eige­nen grund­ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten Gas­kun­den Son­der­kun­den­ver­trä­ge anbie­tet.

Rech­net ein Gas­ver­sor­gungs­netz­be­trei­ber, der sich in kom­mu­na­ler Hand befin­det und selbst Letzt­ver­brau­cher mit Gas ver­sorgt, unzu­läs­sig über­höh­te Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben dem Netz­nut­zungs­ent­gelt hin­zu, kann dar­in ein nach § 19 Abs. 1, 4 Nr. 1 GWB ver­bo­te­ner Behin­de­rungs­miss­brauch zum Nach­teil ande­rer Gas­lie­fe­ran­ten lie­gen.

Auf § 32 GWB gestütz­te Maß­nah­men der Kar­tell­be­hör­den gegen den Betrei­ber eines Ener­gie­ver­sor­gungs­net­zes, die den Miss­brauch einer markt­be­herr­schen­den Stel­lung im Rah­men der Hin­zu­rech­nung von Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben zum Netz­nut­zungs­ent­gelt zum Gegen­stand haben, sind zumin­dest dann nicht nach § 111 Abs. 1 EnWG aus­ge­schlos­sen, wenn der Netz­be­trei­ber mit der Gemein­de zu einer wirt­schaft­li­chen Ein­heit ver­bun­den ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2012 – KVR 54/​11