Preis­an­pas­sungs­klau­seln bei Fern­wär­me­ver­trä­gen

All­ge­mei­ne Ver­sor­gungs­be­din­gun­gen in einem Fern­wär­me­lie­fer­ver­trag unter­lie­gen – von den Fäl­len des § 1 Abs. 2 und 3 Satz 1 AVB­Fern­wär­meV abge­se­hen – nicht den Vor­schrif­ten über All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen, son­dern den­je­ni­gen der AVB­Fern­wär­meV. Für die Aus­le­gung von vor­for­mu­lier­ten All­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­be­din­gun­gen sind aber die glei­chen Maß­stä­be her­an­zu­zie­hen wie bei All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen im Rah­men der §§ 305 ff. BGB.

Preis­an­pas­sungs­klau­seln bei Fern­wär­me­ver­trä­gen

Stellt eine Preis­an­pas­sungs­klau­sel in All­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­be­din­gun­gen allein auf einen Preis­in­dex für den ein­ge­setz­ten Ener­gie­trä­ger ab, fehlt es ihr an der gemäß § 24 Abs. 4 Satz 1 AVB­Fern­wär­meV (§ 24 Abs. 3 Satz 1 AVB­Fern­wär­meV aF) neben der Berück­sich­ti­gung der jewei­li­gen Ver­hält­nis­se auf dem Wär­me­markt (Markt­ele­ment) erfor­der­li­chen Berück­sich­ti­gung der Kos­ten­ent­wick­lung bei der Erzeu­gung und Bereit­stel­lung der Fern­wär­me durch das Ver­sor­gungs­un­ter­neh­men (Kos­ten­ele­ment), es sei denn, es wäre sicher­ge­stellt, dass sich die kon­kre­ten Ener­gie­be­zugs­kos­ten des Ver­sor­gungs­un­ter­neh­mens im Wesent­li­chen – wenn auch mit gewis­sen Spiel­räu-men – in glei­cher Wei­se ent­wi­ckel­ten wie der Index [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. Juli 2011 – VIII ZR 37/​10

  1. Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 06.04.2011 – VIII ZR 273/​09[]