Kosten einer Elektrosmog-Abschirmung als steuerliche Krankheitskosten

Die Kosten für die Abschir­mung ein­er Eigen­tumswoh­nung vor Hochfre­quen­z­im­mis­sio­nen kön­nen als außergewöhn­liche Belas­tun­gen bei der Einkom­men­steuer abge­zo­gen wer­den.

Kosten einer Elektrosmog-Abschirmung als steuerliche Krankheitskosten

In einem jet­zt vom Finanzgericht Köln entsch­iede­nen Rechtsstre­it machte die Klägerin bei ihrer Steuer­erk­lärung Aufwen­dun­gen in Höhe von 17.075 € für die Anbringung ein­er Hochfre­quen­z­ab­schir­mung zum Schutz ihrer Eigen­tumswoh­nung vor Radio‑, Fernseh- und Mobil­funkwellen gel­tend. Das Finan­zamt lehnte die Berück­sich­ti­gung dieser Kosten als außergewöhn­liche Belas­tun­gen ab, da kein amt­särztlich­es Gutacht­en über die Notwendigkeit der Maß­nahme vorgelegt wor­den sei und es sich allen­falls um eine vor­beu­gende Maß­nahme han­dele.

Dies sah das Finanzgericht Köln jedoch anders und ließ den Abzug als Krankheit­skosten zu. Zwangsläu­fig und damit steuer­lich abset­zbar seien näm­lich nicht nur medi­zinisch unbe­d­ingt notwendi­ge Aufwen­dun­gen im Sinne ein­er Min­destver­sorgung. Vielmehr fie­len hierunter die Kosten aller diag­nos­tis­chen oder ther­a­peutis­chen Ver­fahren, deren Anwen­dung im Erkrankungs­fall hin­re­ichend gerecht­fer­tigt sei. Zum Nach­weis der Zwangsläu­figkeit der Bau­maß­nahme reicht­en dem Finanzgericht Köln ein ärztlich­es Pri­vatgutacht­en über die aus­geprägte Elek­trosen­si­bil­ität der Klägerin und das Gutacht­en eines Inge­nieurs für Baubi­olo­gie über “stark auf­fäl­lige“ Hochfre­quen­z­im­mis­sio­nen im Rohbau der Eigen­tumswoh­nung aus.

Finanzgericht Köln, Urteil vom 8. März 2012 — 10 K 290/11