Strom­preis­er­hö­hungs­klau­seln

Die Fra­ge der Wirk­sam­keit der in Deutsch­land übli­cher­wei­se ver­wen­de­ten Strom­preis-Anpas­sungs­klau­seln beschäf­tigt nun auch den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on, dem der Bun­des­ge­richts­hof die Fra­ge zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt hat:

Strom­preis­er­hö­hungs­klau­seln

Dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on wird fol­gen­de Fra­ge zur Aus­le­gung des Gemein­schafts­rechts gemäß Art. 267 AEUV zur Vor­ab­ent­schei­dung vor­ge­legt:

Ist Art. 3 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Anhang A Buchst. b und/​oder c der Richt­li­nie 2003/​54/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 26. Juni 2003 über gemein­sa­me Vor­schrif­ten für den Elek­tri­zi­täts­bin­nen­markt und zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 96/​92/​EG dahin aus­zu­le­gen, dass eine natio­na­le gesetz­li­che Rege­lung über Preis­än­de­run­gen in Strom­lie­fe­rungs­ver­trä­gen mit Haus­halts-Kun­den, die im Rah­men der all­ge­mei­nen Ver­sor­gungs­pflicht belie­fert wer­den (Tarif­kun­den), den An-for­de­run­gen an das erfor­der­li­che Maß an Trans­pa­renz genügt, wenn in ihr Anlass, Vor­aus­set­zun­gen und Umfang einer Preis­än­de­rung zwar nicht wie­der­ge­ge­ben sind, jedoch sicher­ge­stellt ist, dass das Strom­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men sei­nen Kun­den jede Preis­er­hö­hung mit ange­mes­se­ner Frist im Vor­aus mit­teilt und den Kun­den das Recht zusteht, sich durch Kün­di­gung vom Ver­trag zu lösen, wenn sie die ihnen mit-geteil­ten geän­der­ten Bedin­gun­gen nicht akzep­tie­ren wol­len?

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Juni 2011 – VIII ZR 211/​10