Ein­spei­se­ent­gelt – und die peri­oden­über­grei­fen­de Tarif­gel­tung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs hat die gesetz­li­che Rege­lung in § 118 Abs. 1b Satz 2 EnWG (in der bis 25.08.2009 gel­ten­den Fas­sung) und § 23a Abs. 5 Satz 1 EnWG, wonach die bis­he­ri­gen Ent­gel­te bis zur Ertei­lung einer frist­ge­recht bean­trag­ten Geneh­mi­gung bei­be­hal­ten wer­den dür­fen, zur Fol­ge, dass ein Netz­be­trei­ber gegen­über sei­nen Kun­den bis zur Ertei­lung der Geneh­mi­gung auf der Grund­la­ge der frü­he­ren Tari­fe abrech­nen darf und zu einer Rück­ab­wick­lung auch dann nicht ver­pflich­tet ist, wenn sich aus der spä­ter erteil­ten Geneh­mi­gung ergibt, dass die­se Tari­fe den gesetz­li­chen Vor­ga­ben nicht ent­spro­chen haben [1].

Ein­spei­se­ent­gelt – und die peri­oden­über­grei­fen­de Tarif­gel­tung

Die­se Grund­sät­ze gel­ten indes ledig­lich für Ent­gel­te, die nach § 23a EnWG der Geneh­mi­gung bedür­fen. Hier­zu gehört das Ent­gelt für die dezen­tra­le Ein­spei­sung gemäß § 18 Strom­NEV nicht.

Einer Geneh­mi­gung bedür­fen gemäß § 23a Abs. 1 EnWG nur Ent­gel­te für den Netz­zu­gang nach § 21 EnWG. Die Ein­spei­sung von Strom in ein Netz ist zwar eine beson­de­re Form der Netz­nut­zung. Das hier­für vor­ge­se­he­ne Ent­gelt stellt aber, wie das Beru­fungs­ge­richt zutref­fend dar­ge­legt hat, kei­ne Gegen­leis­tung für die Gewäh­rung des Zugangs dar, son­dern einen Aus­gleich für die Vor­tei­le, die dem Netz­be­trei­ber auf­grund der Ein­spei­sung zuflie­ßen, weil ihm gerin­ge­re Kos­ten für die Inan­spruch­nah­me vor­ge­la­ger­ter Net­ze ent­ste­hen.

Dass Ein­spei­se­ent­gel­te auf Sei­ten des Netz­be­trei­bers als Kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind, die in die Kal­ku­la­ti­on der geneh­mi­gungs­be­dürf­ti­gen Nut­zungs­ent­gel­te ein­flie­ßen, führt nicht zu einer abwei­chen­den Beur­tei­lung. Aus die­sem Umstand mag sich erge­ben, dass die Höhe der gezahl­ten Ein­spei­se­ent­gel­te im Rah­men eines Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens der Über­prü­fung durch die Regu­lie­rungs­be­hör­de unter­lie­gen kann. Er hat aber nicht zur Fol­ge, dass die Ein­spei­se­ent­gel­te ihrer­seits der Geneh­mi­gung bedür­fen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Dezem­ber 2015 – EnZR 65/​14

  1. BGH, Beschluss vom 14.08.2008 KVR 39/​07, RdE 2008, 323 Rn. 6 ff. und Rn.20 ff. – Vat­ten­fall[]