Ruß­par­ti­kel­fil­ter fürs Not­strom­ag­gre­gat

Wird ein Not­strom­ag­gre­gat mit Die­sel­mo­tor nur zeit­wei­se betrie­ben, befreit das nicht von der Ver­pflich­tung, einen Ruß­par­ti­kel­fil­ter ein­zu­bau­en.

Ruß­par­ti­kel­fil­ter fürs Not­strom­ag­gre­gat

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Möbel­haus­be­sit­ze­rin abge­wie­sen, die ein Not­strom­ag­gre­gat für die Sprink­ler­an­la­ge ver­wen­det. Zur Erzeu­gung von Not­strom dient in dem Möbel­haus in Ber­lin-Mit­te seit 1999 ein Die­sel­mo­tor. Die­ser läuft drei Mal wöchent­lich für zehn Minu­ten und ein Mal im Monat eine hal­be Stun­de, wobei die Abga­se in die Umge­bung abge­lei­tet wer­den. Das Bezirks­amt Mit­te von Ber­lin ord­ne­te im Novem­ber 2012 den Ein­bau eines Ruß­par­ti­kel­fil­ters in die Abgas­lei­tung der Die­sel-Not­strom­an­la­ge an und begrün­de­te dies mit den von Ruß­par­ti­keln aus­ge­hen­den Gesund­heits­ge­fah­ren. Hier­ge­gen wand­te sich die Klä­ge­rin und mach­te gel­tend, schäd­li­che Umwelt­ein­wir­kun­gen sei­en nicht ermit­telt wor­den. Lau­fe das Die­sel­ag­gre­gat ledig­lich ein­mal die Woche für weni­ge Minu­ten, erschei­ne die Annah­me schäd­li­cher Umwelt­ein­wir­kun­gen rea­li­täts­fern. Auch habe die Behör­de die erheb­li­chen Ein­bau­kos­ten nicht berück­sich­tigt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin aus­ge­führt, dass von den in die Atmo­sphä­re abge­lei­te­ten Die­sel­ab­ga­sen und den dar­in ent­hal­te­nen Ruß­par­ti­keln eine Gefahr für die All­ge­mein­heit aus­ge­he. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on stu­fe die Abga­se von Die­sel­mo­to­ren inzwi­schen als zwei­fels­frei krebs­er­re­gend ein.

Die Klä­ge­rin kön­ne sich nicht mit Erfolg dar­auf beru­fen, die Anla­ge bean­stan­dungs­frei seit 1999 zu betrei­ben, da die ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten der TA Luft als dyna­mi­sche Rege­lun­gen kon­zi­piert sei­en. Daher müss­ten alle Mög­lich­kei­ten, Emis­sio­nen durch dem jewei­li­gen Stand der Tech­nik ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu ver­min­dern, aus­ge­schöpft wer­den. Schließ­lich sei der Ein­bau eines Ruß­par­ti­kel­fil­ters der Klä­ge­rin nach dem von dem Bezirks­amt ermit­tel­ten Kos­ten­rah­men finan­zi­ell zumut­bar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 20. August 2015 – VG 10 K 208.13