Das Erneu­er­ba­re Ener­gien Gesetz

Nach einer Prü­fung hält die EU-Kom­mis­si­on das Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz der Bun­des­re­pu­blik mit dem EU-Bei­hil­fe­recht auf der Grund­la­ge der neu­en Leit­li­ni­en für Umwelt­schutz- und Ener­gie­bei­hil­fen von April 2014 für ver­ein­bar.

Das Erneu­er­ba­re Ener­gien Gesetz

Im April 2014 wur­de der Geset­zes­ent­wurf zur För­de­rung der erneu­er­ba­ren Ener­gien von der Bun­des­re­pu­blik bei der Kom­mis­si­on ange­mel­det. Das Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz (EEG 2014) soll am 1. August 2014 in Kraft tre­ten.

Die Kom­mis­si­on kam zu dem Schluss, dass das EEG 2014 zur Ver­wirk­li­chung der umwelt- und ener­gie­po­li­ti­schen Zie­le der EU bei­tra­gen wird, ohne den Wett­be­werb im Bin­nen­markt über­mä­ßig zu ver­fäl­schen. Im EEG 2014 ist eine staat­li­che För­de­rung der Strom­erzeu­gung aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len und Gru­ben­gas vor­ge­se­hen. Dar­über hin­aus wer­den ener­gie­in­ten­si­ve Strom­kun­den sowie bestimm­te Eigen­erzeu­ger durch eine Teil­be­frei­ung von der EEG-Umla­ge finan­zi­ell ent­las­tet. Fer­ner ist im EEG 2014 vor­ge­se­hen, dass die staat­li­che För­de­rung schritt­wei­se über Aus­schrei­bun­gen vor­ge­nom­men wer­den soll, zu denen nach und nach auch Erzeu­ger aus ande­ren Mit­glied­staa­ten Zugang erhal­ten sol­len.

Nach dem EEG 2014 sind Unter­neh­men, die Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien erzeu­gen, ver­pflich­tet, die­sen auf dem Markt anzu­bie­ten. Hier­für erhal­ten sie zusätz­lich zum Markt­preis eine Prä­mie, die bis zum 31. Dezem­ber 2016 auf der Grund­la­ge eines staat­lich fest­ge­setz­ten Refe­renz­werts berech­net wird. Für boden­ge­stütz­te Solar­an­la­gen soll eine Pilot­aus­schrei­bung durch­ge­führt wer­den. Sie bestimmt sowohl die Höhe der Prä­mi­en als auch ihre Auf­tei­lung unter den Aus­schrei­bungs­teil­neh­mern. Ab 2017 sol­len Aus­schrei­bun­gen zur Regel wer­den; sie bedür­fen jedoch einer noch zu schaf­fen­den gesetz­li­chen Grund­la­ge. Die För­de­rung erneu­er­ba­rer Ener­gien wird daher bis 31. Dezem­ber 2016 geneh­migt.

Klei­ne Ein­rich­tun­gen (unter 100 kW) kom­men wei­ter­hin in den Genuss der Ein­spei­se­ta­ri­fe und sind nicht ver­pflich­tet, ihren Strom auf dem Markt zu ver­kau­fen. Die­ser Teil der Rege­lung wur­de für 10 Jah­re geneh­migt.

Finan­ziert wird das För­der­sys­tem des EEG 2014 über die EEG-Umla­ge, die Strom­ver­sor­ger für den an End­ver­brau­cher in Deutsch­land gelie­fer­ten Strom sowie Eigen­erzeu­ger (die Strom für den Eigen­be­darf erzeu­gen) zu ent­rich­ten haben. Ermä­ßi­gun­gen sind für ener­gie­in­ten­si­ve Strom­kun­den in Wirt­schafts­zwei­gen vor­ge­se­hen, die gemäß den Leit­li­ni­en für sol­che Ermä­ßi­gun­gen in Fra­ge kom­men. Zuläs­sig sind sol­che Ermä­ßi­gun­gen den Leit­li­ni­en zufol­ge aus Grün­den der Wett­be­werbs­fä­hig­keit in ener­gie­in­ten­si­ven Sek­to­ren, deren Erzeug­nis­se inter­na­tio­nal gehan­delt wer­den.

Fer­ner sol­len nach dem EEG 2014 auch bestimm­te Eigen­erzeu­ger in den Genuss einer Ermä­ßi­gung kom­men. Ermä­ßi­gun­gen für Eigen­erzeu­ger, die Klein­an­la­gen ver­wen­den, sind zuläs­sig, da sie unter der De-Mini­mis-Schwel­le lie­gen. Auch für Eigen­erzeu­ger, die erneu­er­ba­re Ener­gien ver­wen­den, sind zuläs­sig, da die­se Ermä­ßi­gung mit der Logik des EEG-Umla­ge­sys­tems ein­her­geht. Fer­ner ermög­li­chen die Leit­li­ni­en Ermä­ßi­gun­gen für ener­gie­in­ten­si­ve Eigen­erzeu­ger. Ermä­ßi­gun­gen für ande­re Anla­ge­ty­pen wer­den über­prüft und müs­sen gege­be­nen­falls an die Anfor­de­run­gen der Leit­li­ni­en ange­passt wer­den. Deutsch­land hat zuge­sagt, die­se Ermä­ßi­gun­gen recht­zei­tig zu über­prü­fen und etwai­ge Ände­run­gen bis 2017 erneut bei der Kom­mis­si­on anzu­mel­den. Auf die­ser Grund­la­ge gelang­te die Kom­mis­si­on zu dem Schluss, dass die Befrei­un­gen und Ermä­ßi­gun­gen für Eigen­erzeu­ger nach dem EEG 2014 mit den Leit­li­ni­en in Ein­klang ste­hen. Die Ermä­ßi­gun­gen dürf­ten sich vor­aus­sicht­lich auf rund 5 Mrd. EUR jähr­lich belau­fen.

In den auf der Grund­la­ge des EEG 2014 orga­ni­sier­ten Aus­schrei­bun­gen ist vor­ge­se­hen, dass bis zu 5 % der aus­ge­schrie­be­nen Kapa­zi­tä­ten Anla­gen aus ande­ren Mit­glied­staa­ten zuge­schla­gen wer­den kön­nen, die eine Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung mit Deutsch­land geschlos­sen haben. Mit den Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen ist gewähr­leis­tet, dass der in ande­ren Mit­glied­staa­ten erzeug­te Strom in den Genuss einer För­de­rung nach dem EEG kommt und in die deut­schen erneu­er­ba­re Ener­gien Zie­le ein­ge­rech­net wird.

EU-Kom­mis­si­on, Ent­schei­dung vom 23. Juli 2014 – IP/​14/​867