Kleinfeuerungsanlagen

Kleinfeuerungsanlagen

Für Holzheizun­gen, Kam­inöfen und andere kleine Feuerungsan­la­gen für feste Brennstoffe sollen in Zukun­ft stren­gere Umweltau­fla­gen gel­ten. Das Bun­desk­abi­nett beschloss heute den Entwurf ein­er Verord­nung, mit der Gren­zw­erte für die Schad­stof­fe­mis­sio­nen von kleinen und mit­tleren Feuerungsan­la­gen fest­gelegt wer­den.

Mit jet­zt beschlosse­nen Nov­el­le der 1. Bun­des­im­mis­sion­ss­chutzverord­nung (1. BIm­SchV) wer­den die Vor­gaben für Öfen und Heizun­gen, in denen feste Brennstoffe wie beispiel­sweise Holz ver­feuert wer­den, zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren an die tech­nis­chen Weit­er­en­twick­lun­gen bei der Ver­ringerung der Schad­stof­fe­mis­sio­nen angepasst. Für die meis­ten beste­hen­den Feuerungsan­la­gen sieht die Verord­nung eine Nachrüs­tungspflicht vor, allerd­ings mit lan­gen Über­gangs­fris­ten bis 2014 oder 2024. Die Nachrüs­tungspflicht gilt jedoch nicht für bere­its einge­baute Grundöfen, Kochherde, Back­öfen, Badeöfen und offene Kamine sowie für Öfen, die vor dem Jahr 1950 errichtet wur­den. Auch wenn eine Her­stellerbescheini­gung oder durch eine Vor-Ort-Mes­sung die Ein­hal­tung der Gren­zw­erte nachgewiesen wer­den kann, ist ein zeitlich unbe­gren­zter Betrieb möglich.

Holz ist als regen­er­a­tive Energiequelle aus Kli­maschutz­grün­den prinzip­iell ein sin­nvoller Brennstoff zur Wärmerzeu­gung. Die Ver­feuerung von Holz in Kle­in­feuerungsan­la­gen in Räu­men führt jedoch durch die Freiset­zung ver­schieden­er Luftschad­stoffe zu Schad­stof­fe­mis­sio­nen wie Fein­staub und zu Geruchs­beläs­ti­gun­gen – und dies in zunehmen­dem Maße. Ursache hier­für ist seit eini­gen Jahren der Boom bei Kam­inöfen, die lei­der häu­fig tech­nisch ver­al­tet sind. 

Im Einzel­nen sieht die Verord­nungsnov­el­le nun fol­gende Regelun­gen vor:

  • Der vor­liegende Verord­nungsen­twurf sieht anspruchsvollere Emis­sion­s­gren­zw­erte für Staub vor. Diese kön­nen von neuen Feuerungsan­la­gen, die üblicher­weise im häus­lichen Bere­ich einge­set­zt wer­den, wie Heizun­gen, Kam­inöfen oder Kach­e­lofenein­sätzen auch ohne Staub­fil­ter erre­icht wer­den. Die Fes­tle­gung von fortschrit­tlichen Emis­sion­s­gren­zw­erten für Kohlen­monox­id führt zum Ein­satz verbessert­er Ver­bren­nung­stech­niken, die im Ergeb­nis zudem die Geruchs­beläs­ti­gun­gen in der jew­eili­gen Nach­barschaft reduzieren.
  • Auch für beste­hende Anla­gen wer­den Gren­zw­erte fest­gelegt. Sofern für diese Anla­gen eine Her­stellerbescheini­gung oder durch eine Vor-Ort-Mes­sung die Ein­hal­tung der Gren­zw­erte nachgewiesen wer­den kann, ist ein zeitlich unbe­gren­zter Betrieb möglich. Erst wenn dies nicht möglich ist, bedür­fen die Einzel­raum­feuerungsan­la­gen ein­er Nachrüs­tung oder müssen gegen eine emis­sion­sarme Anlage aus­ge­tauscht wer­den.
  • Das geplante Sanierung­spro­gramm ist darüber hin­aus langfristig angelegt und soll erst in den Jahren 2014 und 2024 zum Tra­gen kom­men. So genan­nte Grundöfen, Kochherde, Back­öfen, Badeöfen, offene Kamine sowie Öfen, die vor dem Jahr 1950 errichtet wur­den, sind sog­ar gän­zlich vom Sanierung­spro­gramm ausgenom­men. Eben­falls ausgenom­men sind Öfen, die nicht als Zusatzheizun­gen, son­dern als einzige Öfen zur Beheizung von Woh­nun­gen oder Häusern einge­set­zt wer­den.
  • Eine deut­liche Koste­nent­las­tung soll die Nov­el­le dage­gen den Betreibern von Öl- und Gasheizun­gen brin­gen: Die regelmäßi­gen Überwachungsin­ter­valle wer­den ver­längert. Die bish­er jährliche Überwachung soll auf einen drei­jährlichen beziehungsweise zwei­jährlichen Tur­nus umgestellt wer­den. Damit wird dem tech­nis­chen Fortschritt bei Öl- und Gasheizun­gen Rech­nung getra­gen, die heute wesentlich zuver­läs­siger arbeit­en als noch vor 20 Jahren.

Der Verord­nungsen­twurf wird nun dem Bun­destag zugeleit­et. Im Anschluss an den Bun­destag ist der Bun­desrat zu beteili­gen. Die Noti­fizierung gegenüber der EU-Kom­mis­sion ein­geleit­et und ist nach Ablauf der Ein­spruchs­frist Anfang August abgeschlossen.