Wer­bung für Atom­kraft­wer­ke

Wer­bung für Atom­kraft­wer­ke

Die Wer­bung für die Umwelt­ei­gen­schaf­ten von Atom­kraft­wer­ken mit Fotos von Wind­kraft­an­la­gen stellt eine irre­füh­ren­de geschäft­li­che Hand­lung im Sin­ne des Wett­be­werbs­rechts dar.

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Ber­lin jetzt eine von ihm am 7. Dezem­ber 2010 erlas­se­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung im Wesent­li­chen bestä­tigt, mit der einem Ver­ein und ande­ren Per­so­nen unter­sagt wor­den ist, eine Wer­be­an­zei­ge mit einem ent­spre­chen­den Bild zu ver­brei­ten oder öffent­lich zur Schau zu stel­len.

Auf dem Bild ist das Kern­kraft­werk Unter­we­ser zu sehen, davor vier Wind­kraft­an­la­gen eines von der Antrag­stel­le­rin her­ge­stell­ten Modells; über­schrie­ben ist bei­des mit „Kli­ma­schüt­zer unter sich. Kern­kraft­werk Unter­we­ser und Wind­ener­gie: CO2-Aus­stoß = Null“.

Dies stel­le, so das Land­ge­richt Ber­lin, eine unzu­läs­si­ge Ver­ein­nah­mung der guten Eigen­schaf­ten von Wind­ener­gie zu Guns­ten von Kern­kraft­wer­ken dar, die durch die ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Mei­nungs­frei­heit nicht gerecht­fer­tigt sei.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 5. Mai 2011 – 91 O 35/​11
(nicht rechts­kräf­tig, Beru­fung ein­ge­legt zum Kam­mer­ge­richt – 5 U 94/​11)