Preisanpassungen bei der Erdgaslieferung

Nach der ständi­gen Recht­sprechung des Bun­des­gericht­shofs find­et eine Bil­ligkeit­skon­trolle der von den Parteien — sei es bei Ver­tragss­chluss oder später — vere­in­barten Preise in entsprechen­der Anwen­dung von § 315 BGB auch bei ein­er Monopol­stel­lung des Gasver­sorg­ers nicht statt1. Der umfassenden gerichtlichen Kon­trolle ste­ht ent­ge­gen, dass sie der Inten­tion des Geset­zge­bers zuwider liefe, der eine staatliche Prü­fung und Genehmi­gung dieser Tar­ife wieder­holt abgelehnt hat. Auch bei der gerichtlichen Kon­trolle der Bil­ligkeit der Tar­iffest­set­zung fände für das betrof­fene Gasver­sorgung­sun­ternehmen eine Preis­reg­ulierung statt, wenn der Tarif nach Auf­fas­sung des Gerichts unbil­lig über­höht und deshalb durch Urteil zu bes­tim­men wäre2. An dieser Recht­sprechung hält der Bun­des­gericht­shof fest.

Preisanpassungen bei der Erdgaslieferung

Bun­des­gericht­shof, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2012 — VIII ZR 240/11

  1. BGH, Urteile vom 19.11.2008 — VIII ZR 138/07, BGHZ 178, 362 Rn. 18; vom 08.07.2009 — VIII ZR 314/07, WM 2009, 1957 Rn. 17; vom 09.02.2011 — VIII ZR 295/09, WM 2011, 1860 Rn. 45 []
  2. vgl. dazu im Einzel­nen BGH, Urteil vom 19.11.2008 — VIII ZR 138/07, aaO Rn. 18 ff. []